Die Geschichte

Die mehr als 300 Jahre alte Saalkirche Porta Coeli mit ihrer barocken Turmhaube ist neben dem Bahnhof und dem neuen Feuerwehrgerätehaus eines der markantesten Gebäude des Ortes. Folgt man den Aussagen der Dorfchronik, beginnt die Geschichte der „Himmelspforte“ - so ihr Name vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt - am 26.03.1711, dem Tag ihrer Grundsteinlegung. Tatsächlich steht der bis heute erhaltene Bau wohl am Ende einer ganzen Reihe von an derselben Stelle errichteten Gotteshäusern: So wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor 1595 eine der Vorgängerkirchen abgebrannt sein - die bis heute an einigen Steinen zu erkennenden Brandspuren stellen ein stilles Zeugnis dieser Geschehnisse dar.

Der Blick in den Himmelspfortenweg, an dessen Ende Kirche und Pfarrhaus liegen.

Der auf den 14. Oktober festgelegte Kirchweihtag des im Jahr 1714 fertiggestellten Neubaus wurde der Tradition folgend bis in die 80er jährlich von den Kühnhäusern in festlicher Art und Weise begangen. Tatsächlich berichten die Chroniken schon 1711 über die Freude der Bewohner an ihrem neuen Gotteshaus: So wurde das Richtfest nicht „wie es sich geziemt“ durch einen Gottesdienst begangen, vielmehr hätten die Werkmeister, alle Gesellen und gar die ganze Gemeinde „gefressen, gesoffen und zwei Tage nacheinander getanzt“.

Eine um das Jahr 1900 angefertigte Postkarte zeigt die Kirche und den Straßenzug des heutigen Himmelspfortenweges. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / Stadtarchiv

Dennoch blieb auch die Kühnhäuser Gemeinde von den wechselhaften Entwicklungen der neueren Geschichte nicht verschont. Ihr 200-jähriges Bestehen im Jahr 1914 wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überschattet. 1917 „opferte“ die Gemeinde aufgrund des andauernden Krieges eine ihrer Glocken zur kriegsnotwendigen Metallgewinnung; auch im rund zwanzig Jahre später ausbrechenden Zweiten Weltkrieg hatte die Gemeinde zwei ihrer drei Glocken abgeben müssen. Das heute vorhandene Glockengestühl wurde 1957 in den Turm verbaut. Um dies finanzieren zu können musste die letzte noch erhaltene Kirchenglocke aus dem Jahr 1672 an die Petrikirche in Halle verkauft werden. Dort viel sie 1967, zusammen mit dem Rest des Kirchturmes, einem Brand zum Opfer.

Die Zeit nach dem „Jahrhundert der Ideologien" entwickelte sich für die Kühnhäuser Kirche vor allem zu einer Zeit der Erneuerung. Ab 1998 wurde diese Schritt für Schritt instandgesetzt; Höhepunkt dabei war wohl die dringend benötigte Renovierung des Turmdaches und die damit in Verbindung stehende, ca. 112.000€ teure, Sanierung der Turmhaube. Durch die in Weistönen gehaltenen Bänke und Emporen erscheint das Innere der Kirche stets in einem hellen freundlichen Licht – ein Umstand welcher durch die nach Osten ausgerichteten Fenster des Altarraums weiterhin begünstigt wird. Geprägt wird die an sich schlichte Kirche durch das Ensemble der in bunten Farben gehaltenen barocken Kanzel und dem aus dem Jahr 1904 stammenden Sandsteinaltar.

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